STARBUCKS feuert weiteren Aktivisten

FAU-INFO 03.07.2008 09:03 Themen: Globalisierung Soziale Kämpfe Weltweit
Während weltweit die Vorbereitungen für den Globalen Aktionstag gegen Starbucks auf Hochtouren laufen, hat der Kaffee-Multi einen weiteren Gewerkschafter gefeuert. Am 5. Juni wurde in Grand Rapids, Michigan, USA, der Barista Cole Dorsey entlassen. Cole ist aktives Mitglied der IWW Starbucks Workers Union, die zusammen mit der spanischen CNT-AIT den Aktionstag am 5. Juli 2008 ausgerufen hat.
Der Rauswurf von Cole ist als klares Signal von Starbucks zu werten, dass der Konzern im Vorfeld des Aktionstages nicht bereit ist, seine gegen die gewerkschaftliche Organisierung der Belegschaften und gegen die Beschäftigten gerichteten Praktiken zu überdenken und abzustellen. Im Gegenteil, von den Gruppen, die weltweit den Aktionstag organisieren, darunter die FAU, wird die Entlassung von Cole als bewusste Provokation interpretiert.

Als Zeichen der Verbundenheit über die Grenzen von Kontinenten und Staaten hinweg, haben Cole und die Barista Monica aus Sevilla, die ebenfalls von Starbucks gefeuert wurde, daraufhin angekündigt, dass keineR von beiden die Arbeit wieder aufnehmen wird, solange die Kündigung des/der jeweils anderen nicht rückgängig gemacht wurde.

Die neuerliche Repression gegen Aktivisten in der Belegschaft ist sicherlich nicht zuletzt vor dem Hintergrund zu sehen, dass Starbucks in seinem größten Markt, den USA, mit drastischen Absatzproblemen in Folge der Wirtschaftskrise und des Imageverlustes durch vorherige Aktionen zu kämpfen hat. Als Reaktion hat der Konzern angekündigt, mehr als 500 Filialen zu schließen und 12.000 Jobs zu vernichten. Kein Wunder, dass Starbucks nichts mehr fürchtet, als Widerstand in der Belegschaft gegen die Schließungspläne.

Um wieder deutlicher in die Profitzone zu kommen, hat Starbucks im gleichen Atemzug angekündigt, sein Filialnetz in Europa auszubauen und dort neue Märkte zu erschließen. Dass dies vielleicht nicht ganz einfach werden wird, zeigt eine Aktion, der anarcho-syndikalistischen polnischen Gewerkschaft ZSP zum Auftakt des Globalen Aktionstages. Am 1. Juli wurde vor dem Hauptquartier von Amrest in Wroclaw Flugblätter verteilt. Amrest betreibt in Polen bereits die Systemgastronomie-Ketten KFC, Pizza Hut und Burger King und soll in Kürze die Marke Starbucks in Polen einführen. "Das gibt uns", so Laure Akai von der ZSP, "eine gute Gelegenheit zur gewerkschaftlichen Organisierung, bevor Starbucks überhaupt erst öffnet."

Vor dem Hintergrund der aktuellen Konzernstrategie rechnen sich alle am Aktionstag beteiligten Gruppen gute Chancen aus, Starbucks einen empfindlichen Imageschaden zu versetzen und dem Konzern kräftig in seine Umstrukturierungspläne zu spucken. Bislang haben Gewerkschaften und soziale Gruppen in Argentinien, der BRD, Chile, Irland, Italien, Japan, Großbritannien, Norwegen, Serbien, Polen, der Slowakei, Spanien und den USA ihre Beteiligung angekündigt. Darunter befinden sich einige Länder, auf die Starbucks in nächster Zeit seine Aktivitäten ausdehnen möchte. In der BRD wird sich die FAU-IAA in mindestens acht Städten und vor mehr als 20 Starbucks-Filialen am Aktionstag beteiligen; auch andere Gruppen haben Interesse an Aktionen bekundet.

Zum Aktiontag sind etliche Informationsquellen verfügbar:

Website der FAU mit ausführlichen Berichten und Material für eigene Aktionen:
 http://www.fau.org/artikel/art_080529-062907

Website der Starbucks Workers Union der IWW (Englisch)
 http://www.starbucksunion.org

Website der Betriebsgruppe der CNT-AIT bei Starbucks in Sevilla:
 http://seccionstarbuckscnt.wordpress.com/

Kampagnenseite mit Überblick über die weltweiten Aktionen:
 http://gda.iwa-ait.org/node

(Exklusiv-Bericht für IndyMedia)






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Ergänzungen

Proteste weiten sich aus

Ein FAUista 03.07.2008 - 12:14
Die Liste der Städte, in denen am 5. Juli Aktionen stattfinden werden, ist schon wieder ein wenig länger geworden, als im Beitrag erwähnt. Es soll nach letzten Infos zusätzlich Aktionen in Österreich, Australien, Norwegen, Frankreich und Taiwan geben.

Realsatire auf starbucks.de

mir fällt wieder kein toller name ein 03.07.2008 - 16:49
Starbucks Deutschland
"Mehr als 137.000 Menschen arbeiten für Starbucks. Diese Menschen - unsere Partner - sind die Grundlage unseres Erfolges. Und gerade weil wir ihrem Einsatz und ihrer Leidenschaft soviel verdanken, ist es für uns besonders wichtig ihnen zu zeigen, wie sehr wir sie schätzen und respektieren."
 http://www.starbucks.de/de-de/_Social+Responsibility/Verantwortung+als+Arbeitgeber.htm

Leute mit Humor wenden sich an:
STARBUCKS COFFEE DEUTSCHLAND GMBH
Alexandra Schaar Senior Marketing
DOROTHEENSTR. 1, 45130 ESSEN
+49 (0) 201 8707 900

oder die zuständige PR Agentur Edelman:
Pressekontakt:
Edelman Deutschland
Cornelia Kunze
Telefon +49 40 37 47 98-0
 cornelia.kunze@edelman.com


Björn-Christian Hasse
Telefon +49 69 75 61 99-52
 bjoern.hasse@edelman.com
 http://www.edelman.com/de
 http://przweinull.de

Mehr Realsatire: Edelman promotet Starbucks in Deutschland
 http://edelman-newsroom.de/cgi-bin/WebObjects/app.woa/1/wa/Nav/showAsset?oid=2843&cid=2&wosid=GrDUFXYwNqsifZskpRxM4w

Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff

auf alle !!! 04.07.2008 - 10:40
Dieser Kaffee schmeckt bitter Der Starbuckskonzern gibt sich gerne sozial verantwortlich und menschenfreundlich. In den Starbucksfilialen in den USA bekommen Mitarbeiter gerade mal 6 bis 8 Dollar (4,50 – 6,20 €) Stundenlohn. Alle arbeiten nur Teilzeit ohne festgelegte Arbeitszeiten. Starbucks zahlt in den USA weniger Mitarbeiter-Innen die Krankenversicherungsbeiträge als z.B. Wal-Mart, der für die miese Bezahlung seiner MitarbeiterInnen berüchtigt ist. > (Anm.: in den USA ist eine Krankenversicherung für viele nur über die einstellenden Firmen möglich. Unter Umständen übernimmt die Firma Teile der Beitragszahlungen.) Die Grafik Seit einigen Jahren organisieren sich die MitarbeiterInnen der Starbucks-Filialen gewerkschaftlich, um ihre Ansprüche gegenüber ihren Chefs durchzusetzen. Dabei waren und sind besonders die GewerkschaftlerInnen unserer GenossInnen der Industrial Workers of the World (IWW) und in Spanien der CNT-AIT aktiv. Das stinkt der Chefseite, und so hat Starbucks zwischen Dezember 2005 und November 2006 fünf Gewerkschafts-AktivistInnen der IWW New York City unter Vorwänden, die von „Insubordination“ bis hin zu „Untergraben der Moral der Angestellten“ reichten, hinausgeworfen. Auch 2007 und 2008 wurden wieder mehrere Militante entlassen, u.a. Monica, von der CNT-AIT in Sevilla. Das Vorgehen der Chefs der Starbucks-Filialen verdeutlicht die Missachtung der Rechte der Beschäftigten. Das nehmen wir nicht protestlos hin, und so finden seit November 2006 weltweite Protestaktionen und Solidaritätserklärungen statt, in Deutschland unter anderem in Essen, Duisburg, Düsseldorf und München. Sagt Starbucks Eure Meinung. (z.B. per eMail-Aktion ) informiert die Angestellten "Eurer " Starbucks-Filiale über die mitarbeiterfeindlichen Vorgänge in anderen Filialen; fordert sie auf, sich einzumischen! Wenn Ihr selbst bei Starbucks jobbt und Euch verarscht vorkommt: sprecht miteinander, organisiert Euch, gründet eine Betriebsgruppe! Das müßt Ihr selbst tun - weil niemand sonst wird das an Eurer Stelle tun.

Starbuckstrailer

muss ausgefüllt werden 04.07.2008 - 11:05

CNT-Bericht mit Fotos

Anarchosyndikalist 04.07.2008 - 18:48
Auf der Webseite  http://anarchosyndikalismus.org findet ihr den original Hintergrundbericht der CNT-IAA Sevilla zur Kündigung der Kollegin Monica (mit Fotos von Protesten in Spanien)

 http://anarchosyndikalismus.org/international/spanien/starbucks/index.html

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 10 Kommentare an

@egal — anarcho

@wie auch immer — egal

is doch eigendlich sinnlos — sowas hab ich

Also ich finde das alles super — (Noch) ver.di-aner

Hä? — Arbeitnehmer

@anarcho — egal

@egal — anarcho